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Den Kunden die Angst nehmen – Bericht des Nordbayerischen Kuriers vom 11.08.18

Den Kunden die Angst nehmen – Wie sich die Business Systemhaus AG zum IT-Unternehmensberater wandeln will

Bayreuth

Von Stefan Schreibelmayer

„Dass die Digitalisierung auch die IT-Branche durcheinanderwirbelt, ist höchstens auf den ersten Blick erstaunlich. Weil die Kunden plötzlich ganz andere Wünsche haben, müssen sich die Anbieter anpassen. Die Bayreuther Business Systemhaus AG hat den Wandel eingeleitet.

Nicht dass der Mittelstand sich grundsätzlich gegen das Digitale stemmen würde. „So ist es beileibe nicht“, sagt Wolfgang Eichfeld, Alleinvorstand bei Business Systemhaus. Schließlich lebt sein Unternehmen immer noch zu rund 70 Prozent davon, sogenannte ERP-Software genau auf die Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Vereinfacht aus-gedrückt geht es dabei darum, möglichst alle Geschäftsprozesse über eine integrierte Software abzuwickeln.

Mehrere Hundert aktive Kunden haben die Bayreuther in diesem Bereich –in ganz Deutschland, vereinzelt auch im deutschsprachigen Ausland, vor allem aber in einem rund 200 Kilometer großen Radius rund um Bayreuth. Direkt vor Ort sind es etwa die Brauerei Maisel, Steiner Optik oder BIV. Bekannte Kunden in der Region sind unter anderem die Confiserie Burg Lauen-stein (Ludwigsstadt), Liros, ein welt-weit führender Hersteller von hoch-wertigen Seilen für Wassersport, Industrie und Automobil (Berg) oder der Lichtsystem-Spezialist Lamilux in Rehau. Alle aus völlig unterschiedlichen Branchen, einige hoch spezialisiert, alle unterschiedlich groß und des-halb alle mit unterschiedlichen Anforderungen. „Da müssen unsere Mitarbeiter schon gut und lange zuhören, bis es an die passgenaue Lösung gehen kann“, sagt Eichfeld.

Und doch reiche das nicht mehr, um auch in der Zukunft bestehen zu können –und zwar weder für sein eigenes Unternehmen noch für die Kun-den, glaubt der Vorstand. So machen neue Techniken etwa neue Arbeits-weisen möglich, und die wollen vor allem die jungen Mitarbeiter nutzen.

Bisher habe es da bei vielen Mittelständlern zum Teil noch große Vor-behalte gegeben, doch mittlerweile wende sich das Blatt, sagt Prokurist Michael Zettl. Junge, dynamische Mitarbeiter seien es aus ihrem Alltag nun mal gewöhnt, in Whatspp-Gruppen zu kommunizieren. „Mailen ist denen viel zu formell und langsam.“ Skypen sei normal, Dokumente würden problem-los über Tools wie Dropbox ausgetauscht. „Die fragen dann ihre Chefs nach solchen Lösungen auch am Arbeitsplatz“, sagt Zettl: „Und wenn sie sie nicht bekommen, dann rebellieren sie oder gehen halt zu einem moderneren Arbeitgeber.“ Was sich heute schon allein wegen des zunehmenden Fachkräftemangels in nahezu allen Branchen keiner mehr leisten könne. Und so gelte es, den Unternehmen die Ängste vor Cloud und Co. zu nehmen und ihnen die Vorteile aufzuzeigen.

Der Bayreuther Fernglas-Hersteller Steiner sei einer der Partner, bei dem gerade ein entsprechendes Projekt läuft. Es gehe unter anderem darum, die Teamarbeit im Unternehmen zu verbessern. Wenn sich die Mitarbeiter in Echtzeit untereinander austauschen und mehrere gleichzeitig an Dokumenten arbeiten könnten, die in der Cloud bereitliegen, wenn alle Berechtigten bei einem Projekt dank transparenter Prozesse immer auf dem gleichen Stand sind, dann erhöhe das auch die Produktivität und damit den Nutzen für das Unternehmen. Zugleich müsse das natürlich auf höchstmöglichem Sicherheitsniveau ablaufen.

Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz nutzen

Auch die noch nicht einmal im Ansatz erkennbaren Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz könnten und sollten genutzt werden, sagt Zettl und nennt ein Beispiel: „Da halten drei Mitarbeiter auf drei Kontinenten ein On-line-Video-Meeting ab, dessen Audio-spur automatisch ausgelesen und dann ein Protokoll erstellt wird –und zwar in der jeweiligen Sprache der Teilnehmer.“

Das sei die Zukunft, ist auch Vertriebschef Gerd Schertel sicher. Bislang habe Business Systemhaus vor allem IT-Werkzeuge verkauft und sie zum Laufen gebracht. Jetzt und in Zukunft gehe es vermehrt darum, Wissen zu verkaufen, also die Kunden auf dem Weg in die digitalisierte Welt an die Hand zu nehmen. Dass es auch da um individuelle Lösungen geht, liege auf der Hand. Oder wie es Zettl ausdrückt: „Will man fünf Kilo abnehmen, ist für jeden ein anderer Weg der beste. Nur einen Hometrainer, also das Werkzeug zu kaufen, reicht nicht. Am besten ist ein Personal Trainer. Der wollen wir sein.“

 

Das Unternehmen

Business Systemhaus ist 1995 aus der bereits 1952 gegründeten Bezirksstelle des IT-Pioniers Taylorix hervorgegangen. Trotz des eingeleiteten Wandels zum IT-Unternehmensberater ist das wichtigste Standbein weiter die individuelle Anpassung von ERP-Software bei mittelständischen Kunden, die damit ihre Geschäftsprozesse steuern. Die Mitarbeiterzahl ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf jetzt 48 gestiegen, darunter sechs Auszubildende. Es werden ständig weitere Mitarbeiter gesucht, die möglichst bodenständig sein sollen. Maßnahmen wie Gleitzeit, Homeoffice, betriebliche Gesundheitsförderung oder der Anspruch, dass keine oder nur wenige Überstunden anfallen, sollen die nicht zu leugnenden Gehaltsunterschiede zu den Metropolen ausgleichen helfen. Business Systemhaus AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 (30. Juni) gut 5,2 Millionen Euro Umsatz gemacht, im laufenden Geschäftsjahr sollen es gut 5,5 Millionen werden. Und die Rendite? „Wir haben noch nie Verlust gemacht“, sagt Eichfeld.“

Doris Buchner
Kontakt zu uns
Business Systemhaus AG
Himmelkronstraße 18
95445 Bayreuth

Telefon: +49 921 595-0
Telefax: +49 921 595-95
E-Mail: info@bsh-ag.de



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